Erasure

Erasure ist eines der erfolgreichsten und populärsten Musik-Duos aller Zeiten, auch wenn es nun vielleicht etwas ruhiger um die beiden geworden ist. Die Kombination von Andy Bells durchdringenden leidenschaftlichen Gesängen und Vince Clarkes genialen verspielten Synthesizer-, Sequencer- und Samplerarrangements, gepaart mit dem Gespür für eingängige Popsongs sowie bombastischen und aberwitzigen Live-Performances, hat ihnen eine treue Schar von Millionen loyaler Fans sowie unzählige Gold- und Platin-LPs eingebracht. Der Weg zum Pop-Duo Erasure führte über viele Stationen. Diese kleine Biographie zeigt die wichtigsten Abschnitte in der nun schon seit 1985 andauernden Geschichte eines der genialsten Musik-Duos der Popgeschichte. Neuigkeiten rund um Vince und Andy finden sich am Ende des Textes.

1960: Vincent Clarke kommt am 3. Juli 1960 in South Woodford, Essex (Großbritannien) zur Welt. Seine Geburt wird von komplett analogen Gerätschaften begleitet.

1964: Andrew Bell kommt am 25. April 1964 in Peterborough (Großbritannien) zur Welt. Erste Stimmversuche lauten »Whooo-aah«, der restliche Text zu »Sometimes« folgt 22 Jahre später.

1980: Vince Clarke ist Mitbegründer der Band Composition Of Sound, die sich später nach einem französischen Modemagazin in Depeche Mode umbenennen wird.

1981: Das erste Album von Depeche Mode, »Speak & Spell«, erscheint. Vince hat die meisten Songs geschrieben und arrangiert, darunter auch den Klassiker »Just Can't Get Enough«.

1981: Kurz vor einer Tournee verlässt Vince Depeche Mode, weil ihm der Erfolg zu viel wird. Kurz darauf gründet er mit seiner Schulkameradin Alison Moyet die Band Yazoo.

1983: Yazoo wird nach zwei Alben (»Upstairs at Eric's« und »You And Me Both«) und einer Hand voll Hitsingles, darunter Klassiker wie »Only You«, »Situation«, »Don't Go« und »State Farm«, aufgelöst. Alison Moyet startet eine erfolgreiche Solokarriere. Kurz darauf bringt Vince mit seinem Freund Eric Radcliffe und dem Sänger Feargal Sharkey die Single »Never Never« unter der Bezeichnung The Assembly heraus. The Assembly wurde als Projekt geplant, bei dem jede Single von einem anderen Sänger gesungen werden sollte – es war jedoch wieder mal eine kurzlebige Sache.

1983 – 1985: Unter seinem eigenen Label Reset Records bringt Vince viele von ihm produzierte und eingespielte hervorragende Singles diverser Künstler heraus, u. a. von Robert Marlow (»The Face Of Dorian Gray«, »I Just Wanna Dance«, »Calling All Destroyers«), Peter Hewson oder Twilight (»Just Me Alone«). Vince Clarke und Paul Quinn bringen eine Single mit dem Titel »One Day« heraus.

1985: Im Fachblatt Melody Maker erscheint eine Anzeige von Vince Clarke, in der er einen neuen Sänger für neue Projekte sucht. Als 41. (und vorletzter) Anwärter stellt sich Andy Bell vor, der nach seinem Vorsingen von einem beeindruckten Vince umgehend eingestellt wird. Zuvor hatte Andy in zwei Bands namens Void und Dinger sein Glück als Sänger versucht.

1985: Die Band Erasure wird gegründet, der Name wird (angeblich) aus Namensvorschlägen der beiden von Bekannten herausgesucht. Erasures erstes Album »Wonderland« kommt auf den Markt. Leider wird die Debüt-LP kaum beachtet, die ersten Singles »Who Needs Love Like That« (Nr. 55 in den U.K.-Top 100) und »Heavenly Action« (Nr. 100) finden wenig Anklang.

1987: Erst die Single »Oh L’Amour« aus »Wonderland« bekommt endlich die Beachtung und den Erfolg, den Erasure verdient hatte und wird ein Riesen-Hit, u. a. in Frankreich. Die nächste Single »Sometimes« vom zweiten Album »The Circus« wird dann der absolute Durchbruch. Der Titel erreicht Platz 2 der britischen Charts. Eine Tour durch die USA mit Duran Duran bringt weiteren Aufwind für die nächsten Singles »It Doesn’t Have To Be« und »Victim Of Love«.

1988: Das dritte Album »The Innocents« verkauft sich allein in Großbritannien über 1 Millionen mal und beinhaltet den Hit »Ship Of Fools«, der bis heute einer der meistgespielten Singles von Erasure im Radio darstellt. Weitere Singles sind die Hits »Chains Of Love« und »A Little Respect«, dessen Video nach Meinungen von Fans eines der besten Musikvideos von Erasure darstellt.
Die 4-Titel-EP »Crackers International« erscheint im Dezember und liefert mit »Stop!« einen weiteren Top-Titel ab.

1989: »Wild!«, Erasures viertes Studioalbum: Gefühlvolle Balladen (»Blue Savannah«, mit preisgekröntem Video, »You Surround Me«) sowie lateinamerikanische Rhythmen mischen sich mit temporeichen Stücken wie »Drama« und »Star«. Die gleichnamige Tour führt das Duo mit einer spektakulären rekord-brechenden Show durch die ganze Welt. Die britische Boulevardzeitung »Sun« bringt das Gerücht auf, Erasure wolle sich trennen.

1991: Ein Wendepunkt im musikalischen Stil von Erasure stellt das neue Album »Chorus« dar: Vince benutzt vermehrt analoge Synthesizer und garniert seine Sound mit allerlei fremdartigen stratosphärischen Sounds. Nichtsdestotrotz gelingen den Singles »Chorus« und »Love To Hate You« wiederum der Sprung in die Hitparaden. Hierzu wurde erneut ein mitreißendes Video gedreht. Die nächste Single »Am I Right?« bleibt Erasures beste Ballade und zeigt im Musikvideo Andy und Vince in Amsterdam, wo Vince lange Zeit seinen Wohnsitz hatte. Vierte Single aus dem erfolgreichen Album wird »Breath Of Life«.

1992: Als Überraschung für die Fans kommt die EP »ABBA-Esque« auf den Markt: sie wird Erasures bislang einziger Nr. 1-Hit in vielen Ländern und löst einen unbeschreiblichen ABBA-Boom aus, der bis heute nachhallt. Die vier Titel »Lay All Your Love On Me«, »S.O.S.«, »Take A Chance On Me« und »Voulez-Vous« wurden als Unterstützung für die bislang größte und erfolgreichste Tour, das »Phantasmagorical Entertainment«, geschrieben, das Erasure ausverkaufte Hallen beschert. Im ABBA-Block sieht man Vince sogar tanzen, was ihm im Nachhinein aber eher unangenehm ist. Ansonsten darf er sich aber an den vielfältigen Bühnen- und Kostümwechseln beteiligen und tritt sogar als Mae West neben Cowboy Andy (mit nacktem Hintern…) auf. Durch den Zeitdruck allerdings wurden die »ABBA-Esque«-Titel nur als EP herausgebracht, ABBA-Fan Andy hätte sich eher eine ganze LP gewünscht. Ein Konzertvideo mit über 120 min. Länge erscheint und beinhaltet auch Titel wie Judy Garlands Klassiker »Over The Rainbow« oder »Stand By Your Man« von Tammy Winette.

1992: »Pop! – The First Twenty Hits« erscheint, ein Best Of-Album. Gleichzeitig markiert es einen kleinen Einschnitt und eine Art von Neuanfang für Erasure.

1993: Ein ruhiges Jahr. Erasure erholt sich von der strapaziösen Tour. Vince baut sich sein eigenes Studio, das wie ein Ufo aussieht (man kann es z. B. im Innencover der CD »Erasure« bewundern).

1994: Erasures neues Album »I Say I Say I Say« ist bereits das fünfte, das geradewegs auf Platz 1 landet: eine verschwenderische Akustik-Orgie mit mehreren Balladen. Die erste Single »Always« wird Erasure meistverkaufte Single in den USA und einer der größten Hits von 1994. Die weiteren Singles »Run To The Sun« und »I Love Saturday« finden dagegen unverdienterweise weniger Beachtung.

1995: Das siebte Studioalbum, einfach betitelt »Erasure«, präsentierte Vince und Andy in einem experimentellen Form, musikalisch und gesanglich. Gastauftritte durch Diamanda Galas und dem London Community Gospel Choir kennzeichnen wunderbare Balladen wie z. B. die erste Single »Stay With Me« oder »Rock Me Gently«, die teilweise einige der längsten instrumentellen Breaks beinhalten, die überhaupt von den beiden jemals aufgenommen wurden. Der Produzent Thomas Fehlmann (The Orb) half dabei, Erasures musikalische Visionen zu verwirklichen. Als zweite Single kam zwischen den Balladen der Up-Tempo-Track »Fingers And Thumbs« heraus.

1996: Erasure will es noch mal wissen und startet »The Tiny Tour«, die das Duo durch kleine Hallen touren lässt. Nach vier Jahren präsentieren Vince und Andy ihre größten Hits und Material von ihrem neuen Album. Die ausverkauften Veranstaltungsorte lassen erkennen, dass zwar die großen Medien das Interesse an Erasure etwas verloren haben, aber die Fans nach wie vor loyal hinter »ihrer« musikalisch so vielfältigen Band stehen. Ein (sehr empfehlenswertes) Konzertvideo dieser Tour erscheint zwei Jahre später.

1997: Das neue Album »Cowboy« ist gekennzeichnet von der Rückkehr zu eingängigen kurzen Popsongs. Die erste Single »In My Arms« wurde schon auf der »Tiny Tour« vorgestellt. »Don’t Say Your Love Is Killing Me« findet wiederum etwas mehr Beachtung im Radio. Das eingängige Stück »Rain« kommt als dritte Single mit Überlänge auf den Markt. Auf »Cowboy« finden sich noch viele weitere Perlen. so z. B. »Save Me Darling« oder »Worlds On Fire«, die es durchaus verdient hätten, als Singles veröffentlicht zu werden. Weitere Extra-Tracks wie »Magic Moments« oder ein Cover von Blondies »Rapture« finden ihren Weg zu den Fans. Am 13. Dezember findet in Manchester das Konzert »An Evening With Erasure« statt, ein Konzert nur für Fans und Mitglieder des Erasure Information Service. Zum ersten Mal singt Andy Bell Vinces Klassiker »Just Can’t Get Enough«.

1999: Zwei Single-Boxen mit den ersten zehn Singles kommen auf den Markt und beinhalten fast alle Remixe sowie seltene Veröffentlichungen. Weitere Boxen dieser Art sind in Planung.

2000: Erasures neuntes Album namens »Loveboat« kommt auf den Markt. Berichte besagten, dass beide mit dem Material sehr zufrieden sind. Leider sehen das viele Fans nicht so, und Mute Records veröffentlicht nur die Single »Freedom«. Das Album wird so gut wie überhaupt nicht vom Markt beachtet, was zum Teil auch an dem ziemlich gewollt rauhen Sound des Producers Flood liegt, der viele Hörer glauben lässt, ein Demo-Tape anzuhören… Ziemlich schade um diesen kommerziellen Misserfolg, denn einige Stücke sind erstklassig, so z. B. »Alien« oder »Love Is The Rage«.

2001: Ein eher stilles Jahr. Vince Clarke konzentriert sich auf die Nebenprojekte, z. B. Family Fantastic oder Soundtrack-Stücke. Die Fans werden ungeduldig, wie es weiter gehen soll. Im Winter folgen die nächsten zwei Single-Boxen mit den nächsten zehn Singles, diesmal aus der »Wild«- und »Chorus«-Ära.

2002: Das nächste Album soll komplett aus Coverversionen von Songs aus verschiedenen Dekaden bestehen – eigentlich ursprünglich als Solo-Projekt von Andy Bell geplant. Das Jahr vergeht, bis der Erasure Information Service die Infos Ende Oktober herausrückt: das Album heißt »Other People’s Songs« und kommt am 27. Januar 2003 auf den Markt. Erste Single wird die Cover-Version von Peter Gabriels »Solsbury Hill«. Am 13. Dezember gibt das Duo wieder ein Fanclub-only-Konzert in Birmingham. Fans freuen sich auch auf »The Other Tour«, die 2003 in Europa und den USA läuft.

2003: Die Single »Solsbury Hill« ist dank der Käufe durch die Fangemeinde auf Platz 10 in Großbritannien und auf Platz 29 in Deutschland eingestiegen. Dieser Erfolg, der erste wieder größere seit 1994, bringt die beiden erneut ins Rampenlicht, und Andy und Vince treten sogar bei »Top Of The Pops« oder »Viva Interaktiv« auf. »Other People’s Songs« kommt am 27. Januar auf den Markt und steigt auf Platz 17 der britischen LP-Charts ein. Zweite Single-Auskopplung wird im April das Steve Harley-Cover »Make Me Smile (Come Up And See Me)«. Das Fanclub-Konzert in Birmingham vom 13. Dezember 2002 wird im Mai auf DVD veröffentlicht und kann durch die Mute Bank bestellt werden. Fans in Berlin und Hamburg erleben tolle Konzerte mit super Stimmung. Bei Meet & Greet’s können die Gewinner Vince und Andy treffen, und bei der Erasure Night in Hamburg gibt es Riesenandrang, als Erasure und Robert Marlow überraschend nach dem Konzert noch auf der Party auftauchen. Hier hatte auch Webmaster Jens einen kleinen Chat mit dem Synthie-Gott aus Chertsey.
Im Oktober erscheint »Hits!«, die zweite Best Of von Erasure. Zeitgleich erscheint eine Doppel-DVD, auf der alle Musikvideos der Singles (35 Stück!) und noch zwei Stunden zusätzliches Material enthalten sind. Skurrile Videos oder Presskits (wie zur Zeit von »I Say I Say I Say«) erfreuen jedes Fan-Herz.

2004: In New York arbeiten Vince und Andy am neuen Album. Im Mai heiratet Vince seine Freundin Tracy im kleinen Familienkreis, Andy hingegen schmeißt eine Party zu seinem 40. Geburtstag. Das neue Album soll im Januar 2005 auf den Markt kommen. Endlich erscheint im Oktober »The Tank, the Swan and the Balloon«, das geniale Konzert von 1992, auf DVD mit zusätzlichem Bonusmaterial.

2005: Zum 20-jährigen Bandjubiläum (!) erscheint das neue Album »Nightbird« am 24. Januar 2005. Zuvor hat es die Single »Breathe« als Neueinsteiger auf Platz 4 in England gebracht und sogar Platz 1 in Dänemark und Israel belegt. Dadurch findet auch viel Publicity statt, Erasure geben wieder viele Interviews und Kritiken zu »Nightbird« sind positiv. Die Konzerte in England sind durchweg ausverkauft und die Tour durch Deutschland und den USA wird zum großen Triumphzug. Vince rappt zudem live zum Blondie-Cover »Rapture«.

2006:

2007:

2008:

2009:

2010:

2011: