Henris Geschichte (5)
Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2011 und Henri ist 11 Jahre und 5 Monate alt. Die Grundschule hat er im letzten Sommer mehr oder weniger erfolgreich abgeschlossen und besucht seitdem die 5. Klasse der Ludwig-Windthorst-Realschule. Seine Lieblingsfächer sind nach wie vor Sport und Musik, welches auch beides mit einer 2 im Zeugnis belohnt wurde. Seit letztem Sommer geht er einmal in der Woche zum Keybordunterricht und den Jungeninstrumentalkreis in unserer Kirchengemeinde besucht er auch nun schon seit mehr als zwei Jahren. Kurz nachdem sein Bruder Ende 2006 mit dem Handballsport angefangen hat, meinte Henri: »Das will ich auch«! Ich war da eher skeptisch und wollte diese Entscheidung auf keinen Fall alleine treffen – es ihm aber auch nicht gleich verbieten. Wir hatten zwar die Aussage, dass er keinen Leistungssport machen soll, aber man weiß ja nie! Ich versprach ihm, bei der nächsten Herzkontrolle den Arzt zu fragen. Ich rechnete damit, dass dieser das ablehnen würde, dem war aber nicht so.
Nun, seit 2007 spielt Henri bei Hannover 78 Handball, erst in der E-Jugend, mittlerweile in der D-Jugend. Er geht einmal pro Woche zum Training und nimmt an den Wochenenden an Punktspielen teil. Das alles macht er nach seinem Wohlbefinden, denn bis jetzt klappt es immer noch hervorragend, dass er weiß, wann er aufhören muss. Seine Trainer sowie seine Sportlehrer in der Schule sind informiert, nehmen Rücksicht und gewähren ihm die Pausen, die er benötigt. Bisher gab es noch keine Probleme. Die halbjährlichen Herzkontrollen sind auch weiterhin so, dass er sein Leben so führen kann, wie er das bisher getan hat.
Die Herzerkrankung ist in Henris Leben ziemlich weit nach hinten gerutscht. Er weiß, dass er nicht gesund ist und die Kontrollen sowie etwaige Krankenhausaufenthalte, wie z. B. eine MRT-Untersuchung im letzten Jahr oder eine anstehende Herzkathederuntersuchung im Herbst diesen Jahres, werden schon mit gemischten Gefühlen und auch Angst wahrgenommen. Trotzdem ist er ein lebensbejahender, immer zu Unfug aufgelegter und manchmal ziemlich frecher junger Mann. Da wir uns folglich mit den ganz alltäglichen Dingen eines Heranwachsenden beschäftigen dürfen, rückt auch für uns seine Erkrankung ein Stück weit nach hinten.

